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Gewaltfreie Kommunikation

(GFK) nach Marshall Rosenberg

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit grundlegenden zielführenden Kommunikationstechniken. Es geht um den Einstieg in Fertigkeiten mit anderen Menschen und sich selbst. Dies meint: Ohne Übung keinen Meister. Es gibt mittlerweile viele Institute und Träger, die in diesem Bereich auf Basis von GFK Fortbildungen anbieten. Es ist möglich mit achtsamen Partnern seinen eigenen Weg zu einer gewaltfreien Kommunikation zu finden, dennoch sei hier ans Herz gelegt auch dann hin und wieder ein Seminar aufzusuchen. In meiner Praxis als Sozialarbeiter begegnen mir seit etwa 2008 immer häufiger Kollegen, die eine Art "gewaltfreie Kommunikation" anwenden, die keineswegs gewaltfrei ist, manipulierend einwirkt und zudem noch einer verbrähmten buddhismusanmutenden Diktion folgt. Die Ergebnisse solcher Ettikettenschwindel sind zerstörte Beziehungen, kaputte Menschen, die aus diagnostisch bewertender Sicht dieser Selbsternannten alle eins gemeinsam haben: Sie sind selbst schuld.

Die GFK hilft, wenn Sie folgende Fertigkeiten erwerben möchten:

  • wertschätzend Klartext reden und schwierige Dinge ansprechen (Authentizität),
  • wirklich zuhören und verstehen, was der andere fühlt und braucht (Empathie),
  • in emotionalen Situationen innere Klarheit gewinnen (Selbst-Klärung),
  • gemeinsam mit Anderen eine Lösung finden, die die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigt (Konsens/ Win-Win-Lösungen),
  • konstruktiv mit Ärger umgehen (emotionale Kompetenz),
  • Feedback geben, das wirklich hilfreich ist (soziale Kompetenz),
  • erfolgreich in einem Team zusammenarbeiten (Teamkompetenz),
  • in eine Haltung der Wertschätzung und Gelassenheit hineinwachsen.

Werden die angewendeten sprachlichen Techniken detailliert betrachtet, kann diese Kommunikation in 3 Bereiche unterteilt werden: 

1. Auslöser 2. Gedanken 3. Forderung

1. Beobachtungen 2. Gefühle 3. Bedürfnisse 4. Bitten

Es ist alt bekannt, dass Druck Gegendruck erzeugt. 

Aufsatz zur Kritik an der GFK

Die sogenannte "Giraffensprache" zu lernen bedeutet längst nicht, dass es von nun an gewaltfrei zugeht. Vordergründig scheint es so, doch unser Ego findet auch hier perfideste Methoden sich über GFK, sozusagen beinahe unsichtbar, gewalttätig zu nehmen, was es gerne hätte.

Markus Fischer beschreibt in einer übersichtlichen Zusammenfassung wie Weltsicht und GFK miteinander korrelieren, welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind. Dazu bedient er sich dem Entwicklungsmodell „Spiral Dynamics“ von Ken Wilber. Zwischen den Zeilen werden dem Leser die Fettnäpfchen auf dem Weg zu einem gewaltfreien Miteinander deutlich. Man sollte wissen, wo sie sind, man muß da nicht erst reinspringen um sich weiterzuentwickeln.

Spiral Dynamics beschreibt acht grundlegende Weltsichten und ordnet ihnen Farben zu. Das Farbenspiel ist für Entwicklungsmodelle u.ä. in den letzten Jahren modern geworden, wäre jedoch nur dann erst wirklich nützlich, wenn die Farbenabfolge gewissermassen standardisiert werden könnte.  Auch sollten die Farben gezeigt und nicht einfach nur als Bezeichnung hinzugefügt werden. Die im folgenden aufgelisteten 8 Entwicklungstypen der GFK entnahm ich gemäß § 51 UhrG dem Aufsatz "Die Schattenseiten des Rosenberg Modells / Gewaltfreie Kommunikation" von Markus Fischer vom 19.April 2013

  • Archaisch („Es geht ums reine Überleben“, BEIGE)
  • Magisch („Die magische Welt der Naturgeister“, PURPUR)
  • Mythisch („Göttliche Mythen und Machtsysteme“, ROT)
  • Absolutistisch (Konformismus und Regeln, die „Hochzeit“ der Religiösen Systeme, BLAU)
  • Rational (Verstand und Rationalität, die „Hochzeit“ der Wissenschaft, ORANGE)
  • Pluralistisch (sensitives Selbst, Menschlichkeit und Pluralismus, „Woodstock lässt grüßen“, GRÜN)
  • Integral (Integrativ, gesunde Hierarchien und Unterschiede in Pluralitäten anerkennen, Anerkennung aller vorhergehenden Ebenen, GELB)
  • Holonisch (diese Ebene ist am Entstehen und noch kaum zu beschreiben, TÜRKIS).

     

GFK und SDi


Während GFK grundsätzlich von einem bedürfnissorientierten Menschenbild ausgeht, betrachtet Spiral Dynamics (SDi) die Entwicklungsverortung einer Gruppe.

GFK geht von einem positiven Menschen aus, der stets in seiner Situation das beste ihm zur Verfügung stehende Mittel anwendet seine wahren Bedürfnisse zu erfüllen. Diese sind in ihrer Gesamtheit bei allen Menschen ähnlich und übersichtlich begrenzt. Um diese jedoch zu erfüllen bedienen sich Menschen unzähliger Strategien und Taktiken.

SDi  Spiral Dynamics (SDi) wiederum ist ein Modell, was als Unterstützung dienen soll um zu verstehen, woher wir Menschen kommen und wo eine Gruppe gerade in ihrer Entwicklung steht.

Beide Betrachtungsansätze finden über die Fokusierung der Bedürfnisse zueinander. SDi ist ein Modell, das die Bedürfnisse und das Bedürfnisbefriedigungsangebot einer Gruppe sichtbar werden läßt. Beispielsweise erfüllt die Gruppe Familie dem Kind sein Bedürfniss nach Geborgenheit und Zugehörigkeit. Irgendwann jedoch ist das Bedürfnisangebot der Familie ausgereizt. Es steht dem Bedürfnis nach Autonomie und Selbstständigkeit des Jugendlichen entgegen. Das Familiensystem muß sich verändern und weiterentwickeln, was es natürlich nur bis zu einem bestimmten Grad hinbekommen kann, so daß schließlich Gruppenmitglieder, in diesem Beispiel der mittlerweile junge Erwachsene, die ihre Bedürfnisse nicht zu ihrer Zufriedenheit erfüllt bekommen, diese Gruppe verlassen.

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