* * * * *

Fachinformationen zur Sozialarbeit

Seite
Menü

* * * * *

2.1 Förderliche Bedingungen in Schule

Aufgrund der eingeschränkten sozialen und kommunikativen Grundkompetenzen 
sowie der Störungen in der Wahrnehmungsverarbeitung und den daraus zum Teil 
resultierenden   herausfordernden   Verhaltensweisen   benötigen   Schüler   mit   einer 
Autismus-Spektrum-Störung in besonderer Weise eine spezifische, an ihre Indivi-
dualität und an ihren pädagogischen Bedürfnissen ausgerichtete Dokumentation 
der individuellen Lernentwicklung. 
Ziel al er Bemühungen ist immer, die Schüler in ihrer Selbstständigkeit zu fördern, 
sie in ihrem Selbstvertrauen und in ihrem Selbstwertgefühl unter Anerkennung ihrer 
individuellen   Leistungsmöglichkeiten   und   Lerngrenzen   zu   stärken   und 
Handlungsangebote auszuschöpfen und zu erweitern (vgl. KMK-Empfehlungen zu 
Erziehung und Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit autistischem Verhalten 
– Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 16.06.2000, S. 4). Voraussetzungen 
für ein Gelingen sind die Aufgeschlossenheit der Lehrkraft und die Annahme dieser 
Aufgabe als besondere Herausforderung. 
Raumgestaltung
Der Klassenraum sollte möglichst klar strukturiert sein. Dem Schüler mit Autismus-
Spektrum-Störung hilft ein fester Sitzplatz, an dem er sich wohl fühlt. Häufig bietet 
sich dazu ein Sitzplatz in der Nähe der Wand mit Blickrichtung zur Lehrkraft an. Für 
Schüler,   die   blendempfindlich   sind,   ist   auf   eine   blendungsarme 
Gesamtausleuchtung   des   Arbeitsplatzes   zu   achten.   Für   geräuschempfindliche 
Schüler empfehlen sich Holzschränke statt Metallschränke und ein Teppichboden 
oder Teppich sowie Vorhänge. 
Ebenso  hilft es,  wenn  sich  der Klassenraum an  einem  eher  ruhigeren  Ort  im 
Schulgebäude   befindet.   Wenn   die   Gegebenheiten   es   zulassen,   ist   eine 
Rückzugsmöglichkeit zur Erholung von Reizüberflutung hilfreich.
Information des Kollegiums
Eine allgemeine Information über die besonderen Bedingungen von Schülern mit 
Autismus-Spektrum-Störung für das gesamte Kollegium ist sinnvol , um in allen 
Situationen (Pausen, Vertretungsstunden) angemessen reagieren zu können. Eine 
Beratung durch einen Mobilen Dienst (siehe Kap. 2.6) kann für diese Aufgabe 
genutzt werden.
Darüber   hinaus   kann   der   Mobile   Dienst   in   Absprache   mit   den   Eltern   und 
Therapeuten   oder   unter   Beteiligung   der   Eltern   und   Therapeuten   über   die 
Besonderheiten des Schülers mit Autismus-Spektrum-Störung aufklären, damit in 
einer vertrauensvol en Zusammenarbeit ein erfolgreicher Schulbesuch möglich ist. 
Kontinuität
Da Schüler mit Autismus-Spektrum-Störung große Probleme mit Veränderungen 
jeglicher Art haben, ist es hilfreich, sowohl die Klassenzusammensetzung als auch 
die Zusammensetzung des Lehrpersonals, das in der Klasse unterrichtet, möglichst 
lange stabil zu halten.
Wenn es organisatorisch möglich ist, ist es sinnvoll , dass viele Fächer von einer 
Lehrkraft   unterrichtet   werden.   Schüler   mit   Autismus-Spektrum-Störung   können 
sich leichter auf feste Bezugspersonen einstellen, die sie in ihren individuellen 
Ausdrucksformen annehmen, sie verstehen und ihnen so Lernmöglichkeiten auf 
der Basis einer verlässlichen Beziehung und wechselseitiger Vertrauensbildung 
eröffnen.
Unvermeidbare Veränderungen wie Stundenplanänderungen, Lehrerwechsel oder 
Raumwechsel sollten möglichst früh angekündigt und transparent gemacht werden.
« vorige Seite Seitenanfang nächste Seite »

Powered by CMSimple | Template: ge-webdesign.de | Login

Seite
Menü