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Fachinformationen zur Sozialarbeit

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1.4  Wahrnehmung

Bei Schülern mit einer Autismus-Spektrum-Störung ist die Fähigkeit beeinträchtigt, 
ganzheitlich,   kontextbezogen   und   gestaltsmäßig   denken   und   wahrnehmen   zu 
können. Es liegt also ein lokal- und detailgebundener Informationsverarbeitungsstil 
vor.
Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung leben z. T. in ihrer eigenen Welt 
und können sich von dem, was in und außerhalb von ihnen vor sich geht, kein 
schlüssiges Bild machen. Sie sehen die Einzelheiten häufig sehr scharf, können 
aber sinnvolle Zusammenhänge oder Strukturen nur schwer erfassen und /oder 
Handlungsabläufe   zielgerichtet   steuern.   Schüler   mit   einer   Autismus-Spektrum-
Störung sind nur schwer in der Lage, sich in die Situation anderer Menschen 
hineinzuversetzen,   deren   Körperhaltung,   Mimik,   Gestik   zu   deuten   und   daraus 
resultierend   Handlungen   vorherzusehen,   diese   situationsangemessen   einzuord-
nen oder flexibel darauf zu reagieren.
Dies   erklärt   nicht   nur   die   Wahrnehmungsprobleme,   sondern   auch   viele   der 
besonderen Fähigkeiten.
Daneben kommt es häufig durch eine Störung der einzelnen Sinnesreize zu einer 
veränderten Wahrnehmung, zu Hypersensibiliäten. Diese äußern sich zum Beispiel 
in taktiler Über- und Unterempfindlichkeit (z. B. neue  Kleidung, Berührungen), 
Lichtempfindlichkeit, Geräuschempfindlichkeit (ein Raum, der hallt, Fernseher im 
Standby-Modus) oder Geruchsempfindlichkeit (Waschmittel, Parfüm).
„Im   Gehirn   entsteht   so   keine   normale   Koordination   sinnlicher   Wahrnehmung, 
sondern ein Desorientierung und Panik auslösendes Chaos von Eindrücken, die 
nicht   gegliedert   werden   können.   Der   Betroffene   versucht,   sich   dagegen   zu 
schützen, und entwickelt dabei Verhaltensweisen, die auch für seine Umgebung 
beunruhigend   und   belastend   sind.   Diese   Verhaltensweisen   verstärken   sich   zu 
Stereotypien   (Wiederholen   von   sprachlichen   Äußerungen   oder   motorischen 
Abläufen),   zu  Ticks,   an   denen   Insider   Autisten   erkennen.“   (Rhode,   Katja:   Ich 
Igelkind - Botschaften aus einer autistischen Welt, München, 1999, S.12)
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