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Fachinformationen zur Sozialarbeit

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Das knirschen Rad im Getriebe

Autist sein in der Arbeitswelt

Vortrag von Dieter Klawan, Diplommathematiker und Programmierer

 

Dieter Klawan berichtete aus seiner Arbeitswelt, die er vor 4 Jahren verlassen hat. Er ist jetzt Frührentner.

Er erlebte seine Vorgesetzten häufig als intellektuell bescheidene Menschen, deren Arbeitsaufträge für ihn häufig pure Zeitverschwendung bedeuteten. Die für ihn oft inakzeptabelen bis faulen Kompromisse bei der Produktherstellung lösten bei ihm körperliche Schmerzen und schlaflose Nächte aus.

Geräuch- und Geruchüberreizungen im Arbeitsumfeld, selbst geringere Lärmbelastungen hinderten ihn sich seiner Arbeit adäquat widmen zu können. Hinzu kamen permanente Produktänderungswünsche und adhoc Aufträge außerhalb seiner Kernkompetenzen, die er als schwere Störung empfand und es ihm schwierig machten wieder in seine Arbeit zu finden.

Er betonte, dass gerade die fehlerfreie Produktion von Programmcode das kompromislose Ziel für ihn als Asperger-Autisten ist, der marktwirtschaftliche Betrieb aber fehlerhaftes mit einkalkuliert und später an deren Beseitigung nochmal verdienen kann.

So entstanden immer wieder Konflikte mit Vorgesetzten, weil er deren Vorgaben und Erwartungen nicht innerhalb seiner Arbeitszeit erfüllen und nur durch häusliche Überstunden in seiner freien Zeit aufarbeiten konnte.

Die verlangte Flexibilität, z.B. Vor Ort des Kunden zu arbeiten und in einem Hotelzimmer zu übernachten, war für ihn der blanke Horror.

Während er im Betrieb mit seiner Außenseiterrolle insgesamt  gut zu Recht kam, zeigte sich, dass Nicht-Autisten Kollegen damit große Schwierigkeiten hatten.

Fachliche Kommunikation in Teamsitzungen wurden immer problematischer. Der Austausch über Email und Messenger war dagegen stets unproblematisch.

Seine Umwelt wurde immer belastender und krankmachender, die Selbstausbeutung immer gravierender. Die fehlende Unterstützung der Behörden führte schließlich zu Langzeitausfällen und dann zur Frühverrentung.

Sein Fazit:

Augen auf bei der Berufswahl

Autisten sollten Anspruch auf einen behindertengerechten Arbeitsplatz bekommen. Durch ihre Genauigkeit können Sie sehr wertvoll für Unternehmen sein, die ausgereifte und passgenaue Produkte anbieten möchten, Vorraussetzung ist aber ein entsprechender Arbeitsplatz und eine reizarme Umgebung, oder die Möglichkeit im „Home-Office“ von zu Hause aus zu arbeiten.

 

 

 

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